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Kann man mit Glücksspielen reich werden?

Woche für Woche spielen viele Millionen Menschen in unserem Land legale Glücksspiele, allen voran Lotto. Dabei beträgt die Wahrscheinlichkeit für sechs Richtige bei 1 zu 13.983.816. Demnach hat man eine Chance von 0,000007 % zu gewinnen.

Es ist also sehr unwahrscheinlich, durch Lottospielen schnell reich zu werden. Trotzdem hat das Lotto-Spiel einen guten Ruf. Wer regelmäsig Lotto spielt, wird normalerweise nicht als spielsüchtig angesehen, ganz im Gegenteil zu Casino-Spielen wie Roulette oder 17 und 4 (Black Jack).

Dabei sind die Gewinnchancen beim Roulette sehr viel höher. Mit Systemen soll dem Glück nachgeholfen werden und die Chancen steigen. Ist da was dran?

Beim Lotto gibt es unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten, für kleinere Beträge. Wer nicht unbedingt 6 Richtige will, der hat eine deutlich bessere Wahrscheinlichkeit, dies zu realisieren. Dabei sind jedoch die Gewinne auch deutlich niedriger. Für 6 Richtige lässt sich die Wahrscheinlichkeit nicht verringern und das hat folgende Gründe:

- Es ist egal, welche Zahlen getippt werden, da es gleich wahrscheinlich für jede zu ziehenden Zahlen ist. Wenn also auf Sechs Richtige mit Superzahl (1 aus 10) getippt wird, dann ist das eine Wahrscheinlichkeit von 1 zu knapp 140 Millionen.

- Auch Zahlenkombination oder gewisse Kombinationen erhöhen die Wahrscheinlichkeit nicht, da die Kugeln kein Gedächtnis haben. Demnach beginnt bei jeder einzelnen Kugel die Wahrscheinlichkeitsrechnung wieder von vorne.

- Die Wahrscheinlichkeit, dass man einzelne Zahlen mathematisch vorher berechnen kann, stimmt nicht. Die Wahrscheinlichkeit verringert sich nicht.

Man kann jedoch die Wahrscheinlichkeit für die Höhe des Gewinnes beeinflussen, daher keine Muster tippen.
Die Zahlen, die von Spielern getippt werden unterliegen normalerweise der Fantasie der Spieler, die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen wird aber nicht beeinflußt.
Da die Menschen gerne in Mustern denken, weren häufiger Muster getippt. Wer jedoch alleine gewinnen will, der sollte Zahlen tippen, die sonst keiner Tippt. Im unwahrscheinlichen Falle, dass er gewinnt, wird er dann einen höheren Betrag einstreichen.

Auch mit Statistiken kann man die Wahrscheinlichkeit nicht beeinflussen, da die Wahrscheinlichkeit immer gleich groß ist, wie schon geschrieben.

Auch Geburtsdaten sind beliebt beim Lottospielen. Daher sinken die Quoten mit Zahlen unter 30 und der 19 (für z.B. 1970). Einer Studie zufolge sind auch die Zahlen 9, 7, 17, 10 und 11 immer wieder beliebt. Viele Lottosysteme professioneller Tippgemeinschaften bauen gerade deswegen auf diese Strategie. Wer aber mit einer Tippgemeinschaft mittippt, der muß im Falle eines Gewinnes auch teilen und dies sieht oft recht mager aus. Es ist also immer noch das beste, die Zahlen zufällig auszuwählen und Muster zu vermeiden.

Wer nun jedoch eine höhere Wahrscheinlichkeit sucht, etwas zu gewinnen, der wird bei Roulette oder auch 17 + 4 fündig

Auch beim Roulette gilt, dass mit jedem neuen Spiel die Wahrscheinlichkeit wieder von vorne anfängt. Selbst wenn eine Zahl mehrmals hintereinander gewinnt, so ist die Wahrscheinlichkeit doch immer wieder gleich hoch mit 1 zu 37 (36 Zahlen plus die Null beim europäischen Roulette).

Anders als beim Lotto gibt es beim Roulette mehrere Systeme und auch ein einfaches, mit dem theoretisch Gewinne gemacht werdenkönnen. Allerdings ist dieses unter realen Bedingungen meist nich anwendbar.
Es ist das Verdoppelungssystem oder auch Martingale genannt. Dabei verdoppelt man bei jedem Verlust den nächsten Wetteinsatz. Letztlich hat man so eine 50 zu 50 Chance zu gewinnen (die Null nicht mitgerechnet). Beim hinzurechnen der Null sinkt die Wahrscheinlichkeit jedoch auf ca. 46 Prozent.

Man setzt beim Verdopplungssystem auf ein Feld der höchsten Wahrscheinlichkeit, wie Rot oder Schwarz, Gerade oder Ungerade, hier sind die Gewinnchancen knapp 50 Prozent. Gewinnt man hierbei fängt man nochmals von vorne an oder setzt noch einmal das gleiche. Verliert man, setzt man das Doppelte, verliert man wieder, verdoppelt man noch einmal. Dabei kann es jedoch sein, dass der benötigte Einsatz das zulässige Limit übersteigt. Letztlich hat also die Spielbank die besseren Chance, einen Gewinn zu machen.

Daher verlieren die Spieler in der Summe gesehen immer. Und je mehr sie spielen, desto mehr verlieren sie. Man sollte also höchstens aus Spaß spielen und nicht auch Gewinnstreben. Wer dabei eine höhe Wahrscheinlichkeit bevorzugt, der sollte jedoch nicht auf Lotto setzen, da rechtlich geregelt ist, dass beim Lotto ca 50 % der Einsätze ausgeschüttet werden und beim Roulette um die 90 %.

Black Jack ist kein reines Glücksspiel
Beim Black Jack ist das allerdings etwas anderes. Black Jack ist nur zum Teil ein Glücksspiel, ähnlich wie beim Poker kommt es hier auch aufs Kombinieren an. Man hat also einen gewissen Einfluss auf das Spiel.

Das führte dazu, dass in den Sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Mathematiker ein System erfand, wie man durch Mitzählen, also ähnlich wie bei anderen Kartenspielen, sich Wahrscheinlichkeiten ausrechnete, welche Karten noch im Spiel sein müssten.

Computer im Schuh
Bei 17 + 4 entscheidet nicht nur das Glück, sondern auch Geschick. Damit ist für einen guten Spieler die Wahrscheinlichkeit beeinflußbar und auch höher, als beim Roulette. Die Gedächtnisleistung der meisten ist jedoch für zuverlässige Gewinne meist überfordert und Zählmaschinen, Computer oder gar Handys sind als Hilfsmittel nicht erlaubt.
Es gibt immer wieder Ausnahmen und in der Vergangenheit gab es auch schon Gruppen, die mit Systemen Gewinne einstreichen konnten. Aber bekannte Kartenzähler wurden auch schon mit Casinoverboten vom Spielen abgehalten.

Somit bleibt als Fazit nur:
es gibt nicht wirklich funktionierenden Systeme
Es handelt sich hier um Glücksspiele, die aus Freude gespielt werden sollten. Gewinne sind ein seltener Nebeneffekt und gespielt wird für die Illusion, schnell reich zu werden.

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